Phainomenon. Roman.
H. D. Klein, Heyne 2003


Dieses zweite Buch des deutschen Autors, dessen Erstling "Googol" ich nicht kenne, wird allenthalben als das bessere der beiden bezeichnet. Nunwohl, Grund genug, sich dem ersten nicht mehr zu widmen.

In nicht allzu ferner Zukunft. Ein Space Shuttle, dessen Besatzung sich auf den Heimflug freut, wird in einen anderen Orbit befohlen, weil sich dort ein UFO befindet. Und tatsächlich, da hängt ein schwarzes Etwas im Raum, ein Etwas, das schon hier und da auf der Erde gesichtet worden ist - und Menschen entführt hat, die nach kurzer Zeit ohne Erinnerung an das Geschehen wieder aufgetaucht sind.
Die Shuttle-Besatzung inspiziert das Ding, und wird entführt (nebst Shuttle). Allerdings nicht nur irgendwohin (nach Ägypten), sondern vor allem irgendwannhin, nämlich in die Vergangenheit, knapp 9000 Jahre vor Christi Geburt. Erstaunlicherweise findet der Bau der drei großen Pyramiden im Tal der Könige zu diesem Zeitpunkt statt, und nicht - wie alle Forscher der Zukunft meinen - fünftausend Jahre später. Sie sind auch keine Grabmäler, sondern Zeitmaschinen. Mehr oder weniger. Und hinter all dem steckt ein Mann aus Atlantis …

Dieser wirklich, wirklich fad erzählte Roman besteht hauptsächlich aus der Geschichte der Bruchlandung des Shuttles, und ansonsten nur noch aus haarsträubendem, kaum nachvollziehbarem, zuweilen sehr unlogischem, langatmig beschriebenem Unsinn, der aus ein paar Mythen, völlig überflüssigen technischen Details und archäologischen Laienkenntnissen zusammengematscht wurde. Eine abstruse und wenig originelle Idee, ein paar klischeetriefende Figuren, (zugegeben) viel Insiderwissen über aktuelle Raumfahrttechnologie, grausame Schreibe und eine gnadenlos langatmige, höhepunktfreie Handlung ergeben insgesamt ein Buch, das sich - um den Klappentext zu zitieren - durchaus hinter sämtlicher sonst verfügbarer Science Fiction verstecken sollte, und zwar so, daß es nicht wiedergefunden wird.
Ärgerlich!

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