Nachtreiter. Fantasy.
Daniela Knor, Piper, September 2008


»Wieder wandte er den Blick nach Osten, wo die Sonne aufgehen musste. Aber in welche Richtung er auch sah, er fand nichts als undurchdringliche Finsternis. Sein Pferd trat ruhelos auf der Stelle. Er brummte beruhigend in der Art seines Stammes und wünschte, er wüsste, was er tun sollte, wünschte, die Windgeister würden sich erheben und die Dunkelheit davonblasen, doch nichts regte sich. Ein Gefühl der Bedrohung machte sich in seinem Herzen breit. Sollte er nicht ins Lager reiten, um seinen Vater zu warnen? Aber ihm war übertragen worden, die Herde zu schützen. Ich darf sie nicht im Stich lassen, nur weil ich mich im Dunkeln fürchte.«

Brannin ist ein junger Steppenkrieger. Doch seine Heimat versinkt in Dunkelheit, die Sonne geht nicht mehr auf, Sterne und Monde sind auch nicht mehr zu sehen. Der Stamm muss fliehen. Doch der oberste Kriegsherr der Nomaden weiß Rat. Sie werden eine neue Heimat erobern: Sarmyn. Das wird zwar von zahlreichen Burgen und vielen Rittern verteidigt, gegen die die Speere und Pfeile der Steppenkrieger wenig ausrichten können. Wenn nicht der Kriegsherr eine geheime Waffe hätte. Mit der wird die Eroberung gelingen.

Doch regen sich Zweifel. Wurde die Dunkelheit vielleicht mit Absicht beschworen, um den Nomaden die Heimat zu rauben und sie so für den Feldzug zu gewinnen?

Brannin hat so seine Zweifel. Doch als das bekannt wird, muss er fliehen.

Regin ist ein junger Ritter in Sarmyn. Eigentlich interessiert ihn nur eins: Mädchen. Eine davon bringt sich um, als er sie sitzen lässt. Und jetzt hört er eine Stimme: die will ihn zum König machen. Das will auch sein Vater.

Regin hält von alledem nicht viel, aber bald wird er in die Politik gerissen und muss mit Brannin gemeinsam seinen Weg finden. Mit einem dreckig Hirten! Nicht gerade das, was sich ein Ritter erträumt.

Die Autorin hat einen ungewöhnlichen Fantasy Roman vorgelegt. Eine sorgfältig ausgearbeitete Welt, mit Geschichte, Hintergrund und glaubhaften politischen Komplikationen. Dazu Figuren, die den Leser ans Herz wachsen, obwohl (oder gerade weil) diese nicht nur positive Seiten haben. Mit einem sicheren Gespür für Spannung und Dramaturgie fesselt sie ihre Leser, und lässt diese mit fiebern. Ein wenig erinnert es an George Martins Lied von Eis und Feuer.

Fazit: ein spannender Pageturner mit fesselnden Figuren und glaubhaftem Hintergrund.

Autorenhomepage

Februar 2008
ISBN-13: 978-3492701617, gebunden, 475 Seiten, Euro 16,90

Das Buch bei Amazon

Weitere Rezensionen von Hans Peter Röntgen

zurück

Für alle Rezensionen gilt: © by Hans Peter Röntgen - WebSite - Kontakt
Alle Rechte vorbehalten - All rights reserved

-> Literatur fast pur